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Die betriebliche Altersversorgung

Die Schreibtische vieler Personalverantwortlicher ähneln sich derzeit in einem Punkt. Es stapeln sich darauf die Angebote zur betrieblichen Altersversorgung. Seit im Rahmen der letzten Rentenreform das Betriebsrentengesetz geändert wurde, überfluten Banken und Versicherungen die Firmen mit allerlei Angeboten zu den unterschiedlichsten Versorgungsmodellen.

Seit dem 1. Januar hat praktisch jeder Arbeitnehmer einen Rechtsanspruch auf eine betriebliche Altersversorgung durch Entgeltumwandlung: Kein Wunder, dass jetzt die Vertriebsaktivitäten der Finanzbranche hektischer werden. Und durch die sogenannte "Riester-Rente" entsteht ein zusätzlicher Anreiz, eine eigene Altersversorgung aufzubauen. Ob Privat oder über den Betrieb.

Genaue Prüfung notwendig

Grund genug für die Firmen, dieses Thema aufzugreifen und die verschiedenen Möglichkeiten der betrieblichen Altersversorgung kritisch zu hinterfragen. Denn leider tauchen beim Kampf um Marktanteile viele neue "Spezialisten" auf. Und da das Thema sehr vielfältig ist, wird durch eine unqualifizierte Beratung schnell Geld verschenkt.

Auch für Betriebe gibt es Fußangeln, die zu unangenehmen Überraschungen führen: Vom Ärger mit der Belegschaft, bis hin zu Schwierigkeiten mit dem Finanzamt. Auch muss genau geprüft werden, ob mit der Versorgungsform langfristige Verpflichtungen - etwa Gebühren und Verwaltungskosten - verbunden sind. Punkte, die bei vertriebsorientierten Verkäufern gern "vergessen" werden.

Individuelles Konzept erarbeiten (lassen)

Nach dem geltenden Gesetz zur Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung (BetrAVG) kann der Arbeitnehmer vom Arbeitgeber verlangen, dass von seinen zukünftigen Entgeltansprüchen bis zu 4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung durch Entgeltumwandlung für eine betriebliche Altersversorgung verwendet werden.

Welcher Durchführungsweg gewählt wird, ist grundsätzlich Vereinbarungssache. Allerdings schützt der Gesetzgeber die Unternehmen vor zuviel Bürokratismus. Sofern sich der Arbeitgeber für einen Pensionsfonds oder eine Pensionskasse entscheidet, kann er den Durchführungsweg darauf beschränken. Wählt das Unternehmen einen anderen Weg, kann der Arbeitnehmer verlangen, dass der Arbeitgeber für ihn eine Direktversicherung abschließt.

Die Auswahl des Anbieters darf der Arbeitgeber für sich beanspruchen und auf diesen beschränken. Darüber hinaus ist es dem Arbeitgeber möglich, auf gleich bleibenden monatlichen Beiträgen zu bestehen. Sofern für das Unternehmen relevant, müssen auch tarifliche Zwänge beachtet werden, die für einige Branchen vorhanden oder in der Vorbereitung sind. Für den Arbeitnehmer stellt sich die Grundsatzfrage, ob er die neue staatliche Förderung (sog. Riester-Förderung) in Anspruch nimmt oder ob sich andere Formen besser rechnen. Obwohl dies im Einzelfall zu betrachten ist, kann man als Faustregel sagen: Je niedriger das Einkommen und je mehr (kindergeldberechtigte) Kinder vorhanden sind, desto eher rechnet sich die "Riester-Variante".

Welche Lösung nun am Ende die beste ist, hängt viel von der jeweiligen Situation des Arbeitnehmers und des Betriebes ab. Oft empfiehlt sich eine Kombination aus zwei Durchführungswegen. Auch erhöhte Kosten und ein erhöhter Verwaltungsaufwand, welche viele Unternehmen durch die Einführung einer betrieblichen Altersversorgung befürchten, müssen nicht sein.

Im Gegenteil: Es gibt Modelle, bei denen sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer Kosten- und Steuervorteile genießen. Am Ende profitieren beide Seiten von dem Versorgungsmodell. Außerdem lässt sich das Instrument betriebliche Altersversorgung für die Unternehmen auch hervorragend als Anreiz zum Anwerben begehrter Fach- und Führungskräfte nutzen. Neue Mitarbeiter erhalten eine zusätzliche Motivation, sich für das Unternehmen zu entscheiden.

Wenn jemand eine Form von betrieblicher Altersversorgung als den "Königsweg" anbietet, sollte man skeptisch werden. Nur wenn die persönliche und die betriebliche Situation in das Konzept einbezogen werden, kann die optimale Lösung gefunden werden. Auch gibt es bei den Anbietern große Preis- und Leistungsunterschiede. Eine unabhängige Fachberatung kann helfen, im Steuer- und Angebots-Dickicht das "Unkraut" von den "Edelhölzern" zu trennen. Schließlich soll eine Altersversorgung eines Tages beachtliche Renditen erzielen.